• Schon kurz nach dem Start ist die korrekte Routenwahl massgebend für ein gutes Resultat. · Bild: Jonas Mathys

12.04.2017
Sport

Sportliches Naturerlebnis bei Traumwetter

Am Sonntag fand in Oeschenbach der 62. Huttwiler OL statt. Perfektes Frühlingswetter zog rund 650 Teilnehmende an.

Orientierungslauf · Was für ein Kontrast. Vor rund 13 Monaten führte die OLG Huttwil den Oberaargauer Nacht-OL im Schmidwald durch. Das Wetter hätte garstiger kaum sein können: Kälte und zum Teil starker Schneefall machten den wenigen Unentwegten (396 Mitmachende) das Leben schwer. Und am nächsten Morgen begrüsste ein Schäumchen Schnee zumindest die früh Gestarteten des 61. Huttwiler OLs. Von derartigen Wetterkapriolen war am Sonntag für die Neuauflage des Traditionsanlasses keine Rede mehr. Im Gegenteil. Petrus verwöhnte die Organisatoren und die Teilnehmenden mit fantastischem und warmem Frühlingswetter. Das wird mit ein Grund gewesen sein, dass sich rund 650 Sportbegeisterte im Bergwald bei Oeschenbach auf Postensuche begaben.


Viele kleine Fehler bei Tanja Häfeli

Eine davon war Tanja Häfeli von der OLG Huttwil. Die 20-jährige Huttwilerin kombinierte ihren Helfereinsatz in der Festwirtschaft mit einem Start an ihrem Heim-OL. Wobei sie nicht von einem Heimvorteil sprechen wollte. Das Mitglied des Nachwuchskaders Bern/Solothurn sagt: «Ich bin wohl seit rund zehn Jahren nicht mehr im Bergwald gelaufen.» Das Gelände sei «grundsätzlich sehr schön gewesen», was aber nicht heisse, dass die Bahn von Klubkollege Philipp Zappa keine Tücken geboten hätte. Sie habe nämlich Mühe gehabt, präzis zu sein, sagt Häfeli. «Ich bin schon schlecht gestartet und habe auch in der Folge viele kleine Fehler begangen.» Am Ende resultierte für sie der fünfte Rang bei den Damen A Lang, der Damen-Hauptkategorie.


Starkes Läufer-Trio wagt Abenteuer

Unter den zahlreichen Teilnehmenden waren nicht nur ambitionierte Läuferinnen wie Tanja Häfeli, auch Neu- und Quereinsteiger nahmen die Gelegenheit wahr, bei herrlichem Frühlingswetter in der Natur Ausdauersport zu treiben. Das erste Mal an einem regulären OL-Wettkampf starteten beispielsweise die drei Kollegen Yves Cornillie, Arnold Lukas und Manuel Amrein. Normalerweise sind die jungen Männer in der Läuferriege Gettnau erfolgreich aktiv. Am Sonntag versuchten sie sich nun darin, das Laufen mit Orientieren zu kombinieren. Sie berichteten davon, dass es zu Beginn schwierig gewesen sei, Distanzen auf der Karte im Massstab 1:10 000 richtig einzuschätzen. «Gegen Ende sind wir aber richtig zügig vorangekommen», gaben sie nach dem Zieleinlauf zu Protokoll. Sie lobten das Wetter, fanden die ständigen Tempowechsel herausfordernd und sprachen von einem Erlebnis – «das war einmal etwas ganz anderes.» Der starke Läufer Cornillie überzeugte und wurde guter Vierter auf der HAK-Bahn. 


Bahnleger investiert viele Stunden

Damit alle Läuferinnen und Läufer – die OL-Cracks genauso wie die Gelegenheitssportler, die 86-jährigen Senioren und die vierjährigen Jungspunde (die beiden ältesten Teilnehmer waren 1931, der jüngste 2013 geboren) – eine ihrer Stufe entsprechende Aufgabe zu lösen hatten, dafür sorgte Bahnleger Philipp Zappa. In zahlreichen Stunden seiner Freizeit («gezählt habe ich sie nicht») hat der 1990 geborene Huttwiler das Gelände analysiert und Bahnen für die verschiedenen Leistungskategorien ausgeheckt. Die Arbeit hat sich gelohnt, erhielt er doch viele dankende Worte von erschöpften, aber glücklichen Finishern. Besonders toll am Bahnleger-Job sei, «wenn am Lauftag alles zusammen kommt: zufriedene Läufer, herrliches Frühlingswetter und eine pannenfreie Organisation», sagte ein glücklicher Philipp Zappa im Zielgelände. Seine Gefühlslage wurde von Laufleiter Patrik Grossenbacher geteilt. Die Bilanz falle sehr gut aus, sagt er. «Wir hatten mit 630 Starts deutlich mehr Teilnehmende am Lauf als erwartet, dazu sehr viele positive Rückmeldungen zu den Bahnen und zur neuen Karte.» Ausserdem habe es keine grösseren Unfälle im Wald gegeben. Das Lob gelte aber vor allem den Helfenden, meinte der ehemalige Präsident der OLG Huttwil. «Die rund 60 Helferinnen und Helfer des Vereins haben super angepackt. Ich kann immer auf die Leute zählen. Von morgens um sieben Uhr fürs Aufstellen bis zum Aufräumen am Abend haben alle mitgemacht.» Die grosse Helferschar mache einen solchen Anlass erst möglich. Umso schöner war es auch für sie, dass Petrus mitspielte.

Auszug aus der Rangliste: H10 (2,1 km/55 m/12 Posten, 13 Klassierte): 1. Nils Neuenschwander, Heimberg, 14:28; 2. Dominic Wyss, OLV Langenthal, 15:15; 3. Andreas Neuenschwander, OLG Huttwil, 15:40; 5. Timon J. Zaugg, Wynigen, 16:24. – H12 (2,5/80/12, 22): 1. Julian Wenger, Wattenwil, 18:47; 4. Stephan Wyss, OLV Langenthal, 22:44; 9. Lukas Neuenschwander, OLG Huttwil, 24:41. – H14 (3,5/130/13, 24): 1. Dominic Müller, Thun, 26:43; 6. Christian Wyss, Langenthal, 36:03; 10. Lorenzo Disilvestro, OLG Huttwil, 40:14; 14. Jan Kurzen, OLG Huttwil, 41:43. – HAL (8,8/400/29, 22): 1. Jonas Mathys, OLG Huttwil, 1:02:00; 2. Anders Holmberg, Sissach, 1:02:40; 3. Matthias Niggli, Münsingen, 1:03:26; 5. Thomas Hodel, OLG Huttwil, 1:06:50; 6. Thomas Röthlisberger, Wyss-achen, 1:10:23. – HAK (5,0/190/17, 21): 1. Beat Jakob, Biberist, 47:59; 2. Martin Salzmann, Steffisburg, 51:14; 3. Rolf Christen, Gettnau, 52:46; 4. Yves Cornillie, Huttwil, 56:50; 7. Lukas Arnold, LR Gettnau, 59:52; 9. Manuel Amrein, LR Gettnau, 1:02:52. – H40 (5,5/310/17, 7): 1. Sämi Nyfeler, Hilterfingen, 49:29; 2. Pit Stöckli, Langenthal, 58:17. – H50 (5,9/190/16, 28): 1. Alex Bieri, Kriens, 49:45; 14. Hans Zürcher, OLG Huttwil, 1:01:33. – H55 (5,3/190/17, 28): 1. Lukas Jenzer, OLG Huttwil, 42:06; 2. Fritz Aebi, Oberönz, 48:24; 3. Joseph Brügger, Plaffeien, 48:39; 4. Stephan Moser, Langenthal, 50:29; 11. Michael Köstli, Wasen i.E., 57:17. – H60 (4,9/155/15, 19): 1. Pekka Marti, Twann, 44:23; 6. Hans Kohler, OLG Huttwil, 52:47. – H65 (3,9/170/14, 18): 1. Franz Wyss, Kappel, 43:19; 12. Hans-Peter Städelin, Melchnau, 1:02:38. – H75 (2,7/120/11, 10): 1. Hans Baumann, Rheinfelden, 36:24; 5. Ruedi Freiermuth, Lotzwil, 49:30; 7. Viktor Näf, Melchnau, 57:22. – D14 (2,9/95/12, 19): 1. Leonie Buri, Lyssach, 26:18; 4. Annika Clavadetscher, Langenthal, 29:42; 6. Sarah Jost, Heimiswil, 35:31; 9. Michelle Oester, OLV Langenthal, 41:26; 12. Thabita Schneider, OLG Huttwil, 45:41. – DAL (6,4/320/18, 14): 1. Beatrice Aeschlimann, Münsingen, 1:01:59; 5. Tanja Häfeli, OLG Huttwil, 1:14:24. – DAK (3,4/150/12, 18): 1. Mirjam Niederhauser, Hondrich, 38:47; 8. Daniela Häusler, Madiswil, 52:29. – DB (2,9/95/12, 15): 1. Christine Kurzen, Dürrenroth, 36:48; 2. Beatrix Hirt, Zetzwil, 43:17; 3. Natalie Zwahlen, Worben, 44:40. – H50 (3,9/170/14, 9): 1. Christine Hüni, Seftigen, 48:03; 2. Christina Moser, Langenthal, 53:34; 3. Sonja Streit-Lehmann, Langnau, 59:47. – D55 (3,4/150/12, 14): 1. Priska Gautschi, Möhlin, 40:50; 8. Ursula A. Hofstetter, Madiswil, 1:04:47; 11. Kathrin Flückiger, Grossdietwil, 1:12:01. – OK (2,5/80/12, 25): 1. Urs Ryser, OLG Huttwil, 21:13; 2. Christina Meier, Tägerig, 26:12; 3. Natacha Bidiville, Granges-pres-Marna, 27:31; 4. Nina Grob, Langenthal, 28:16; 9. Kurt Märki, Huttwil, 32:08; 19. Lara, Daniela, Stephan Schär, OLG Huttwil, 36:48. – OM (2,9/95/12, 21): 1. Alina Morgenegg, Hinterkappelen, 32:55; 5. Barbara, Beat Röthlisberger, Eriswil, 42:30; 9. Amira, Soraya, Stefan Leuenberger, Huttwil, 45:56. – OL (3,6/135/14, 11): 1. Sabine Schneider, Seewil, 41:59; 5. Daniel Lehmann, Gondiswil, 46:54. – sCOOL (2,1/55/12, 22): 1. Tim Levin Theiler, Bolligen, 15:13; 4. Julian Zaugg, Wynigen, 17:17; 10. Nathalie Lindegger, OLG Huttwil, 23:20; 20. Dan Lehmann, Gondiswil, 37:19. 

Kader Testlauf, Visp (6.4.)

Auszug aus der Rangliste: Sprint HE (2,8 km/0 m/20 Posten, 26 Klassierte): 1. Daniel Hubmann, Bremgarten bei Bern, 15:26; 16. Joël Morgenthaler, Lotzwil, 17:46. – Sprint DE (2,4/0/17, 18): 1. Julia Gross, Zürich, 16:32; 4. Sarina Jenzer, OLG Huttwil, 17:16.  


Kader Testlauf, Neuenburg (9.4.)

Auszug aus der Rangliste: Langdistanz, HE (14,3 km/630 m/39 Posten, 21 Klassierte): 1. Daniel Hubmann, Bremgarten bei Bern, 1:29:19; 20. Joël Morgenthaler, Lotzwil, 1:54:39. – Langdistanz DE (8,4/380/25, 17): 1. Sabine Hauswirth, Belp, 1:10:37; 4. Sarina Jenzer, OLG Huttwil, 1:15:10.

norska Nacht-OL, Littewil (25.3.)

Auszug aus der Rangliste: H65 (3,2 km/140 m/13 Posten, 2 Klassierte): 1. Urs Schenkel, Mattstetten, 33:44; 2. Silvio Strub, OLG Huttwil, 37:17. – D55 (3,2/140/13, 3): 1. Lily Husner, Staffelbach, 38:49; 2. Ursula A. Hofstetter, Madiswil, 43:38.  

Von Jonas Mathys

 

«UE»-Berichterstatter holt den Tagessieg

Der am 16. Dezember 1987 geborene Jonas Mathys ist seit vielen Jahren – zusammen mit dem gebürtigen Gondiswiler Thomas Hodel – das männliche Aushängeschild der Orientierungslauf-Gruppe Huttwil. Seit vielen Jahren läuft das Duo in der Elitekategorie mit. So auch am Huttwiler OL. Und der erfahrene Schreiberling Mathys, der für die vorliegende Berichterstattung über den Huttwiler Orientierungslaufs verantwortlich zeichnet, lieferte nicht nur als Berichterstatter einen ausgezeichneten Job ab. Der langjährige Pressechef des Berner OL-Verbandes absolvierte die 8,8 Kilometer lange Hauptbahn mit 29 Posten und satten 400 Höhenmetern mit Abstand am schnellsten. Mathys siegte im Heimrennen 40 Sekunden vor dem Schweden Anders Holmberg, der 2011 bei den Weltmeisterschaften in Frankreich Vizeweltmeister im Sprint wurde. Thomas Hodel wurde Fünfter.  

Von Stefan Leuenberger

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