• Gemeinsamer Jutz für die Stabübergabe von Ueli Kämpfer (vorne rechts) an die neue Dirigentin Susanne Reber. · Bild: Hans Minder

30.10.2017
Huttwil

Standing Ovations für Ueli Kämpfer

Über das vergangene Wochenende hat der Jodlerklub Huttwil in drei Konzertzyklen mit CD-Taufe Abschied genommen vom nach 30 Jahren zurücktretenden Dirigenten Ueli Kämpfer. Nach der Stabübergabe an die neue musikalische Leiterin Susanne Reber wurde der scheidende Dirigent vom Publikum mit lange andauernden Standing Ovations verabschiedet.

Der Jodlerklub Huttwil hat seinen musikalischen Leiter Ueli Kämpfer, der seit 30 Jahren den Dirigentenstab führte, würdig Adieu gesagt. Unter dem Dirigentenstab von Ueli Kämpfer haben die «Huttu»-Jodler in diesem Jahr, besonders im Schlusskonzert, noch einmal so richtig Gas gegeben. Sonore Bässe und kraftvolle Mittel- und Oberstimmen formten Jodellieder, die Gemüter und Herzen eroberten. Das Sahnehäubchen darauf legten die Brüder Stefan, Marcel und Bruno Lanz mit ihren hellen, klaren Jodelstimmen. Die drei Jutzer-Koryphäen haben dem Abschiedskonzert ausserdem ein überzeugendes, vielbejubeltes Terzett beigesteuert.

Klassisch, soulig, popig, rockig
Das Abschiedskonzert gestaltete sich fast ein wenig wie eine klingende Familiensaga und bot neben vielen Überraschungen Abwechslung pur. Viele der Gastinterpreten haben ihre Wurzeln in der Famlilie Kämpfer. Vier Formationen gaben der Abschiedsgala für den Protagonisten des Abends, für Ueli Kämpfer, ein ganz besonderes Gepräge, nämlich eine Aura aus klassisch-soulig-rockig-popigen Klängen und Rhythmen.
Die Gruppe «AkkoBass» (Silvia Tanner, Evi Widmer und Stefanie Kämpfer) taten das auf den Akkordeons und dem Keyboard. Silvia und Athena Brand, verstärkt von Marcel Lanz, lösten beim Publikum mit ihren Gesangseinlagen das «Hühnerhaut»-Gefühl aus. Stefanie Kämpfer hat an der Huttwiler Kirchenorgel talentiert in die Tasten gegriffen. Auch Stefanie Kämpfer (Piano) war es, die zusammen mit Claudia Kämpfer (Panflöte) dem Hirtengott Pan ein Ständchen widmete und so einen Hauch Andenluft in die Huttwiler Kirche zauberte.

«Huttu – hie bi i doheim»
«Huttu – hie bi i doheim»: so heisst die neue und vierte CD die der Jodlerklub Huttwil eingespielt und durch André Hiltbrunner vorgestellt wurde. Seit einigen Monaten haben die «Huttwiler» ihre «Spezialitäten» aufs Band gebannt. Und das Ergebnis darf sich sehen und hören lassen. Entstanden ist ein Tonträger der Variationen, der die Ernte des Erfolgs und der Zusammenarbeit des Jodlerklubs und seines Dirigenten Ueli Kämpfer in den vergangenen 30 Jahren klar wiederspiegelt. Auf der CD haben sich auch dem Jodlerklub nahestehende Gastinterpretinnen wohlklingend verewigt, nämlich Stefanie Kämpfer (Orgel), Athena Brand (Piano und Gesang), Silvia Brand (Gesang), Silvia Tanner und Evi Widmer (Akkordeon). Aus den Jodlerklub-Reihen hat das Terzett Bruno, Marcel und Stefan Lanz mit ihrem Jutzen und Singen schöne Klangpunkte in den Tonträger gemalt.

Susanne Reber übernimmt
Ganz zum Konzertschluss hat der Jodlerklub Huttwil mit einem originellen Ritual den scheidenden, musikalischen Leiter Ueli Kämpfer «entlassen» und die neue Dirigentin Susanne Reber vorgestellt und herzlich aufgenommen.
Die eindrückliche Zeremonie geschah während der gemeinsamen Intonierung des «Schwandhütte-Jutzes» von Josef Zihlmann. Am Schluss blieb die neue Dirigentin beim Jodlerklub stehen, und Ueli Kämpfer marschierte unter grossem, anerkennendem Jubel und lange andauernden Standing-Ovations durch das Kirchenportal hinaus in die kalte Nacht. Er tat das erhaben feierlich, aber begreiflicher Weise doch mit Wehmut, gepaart mit einer Prise Herzweh.

Von Hans Minder


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