• Für die Hirtenfamilien (im Bild die Familie Röthlisberger vom Rindergrat) geht nach einem strengen Alpsommer eine noch viel strengere Woche mit allen Vorbereitungen für die Alpabfahrt zu Ende. Freude und Dankbarkeit, dass die Tiere den Besitzern gesund zurückgegeben werden können, sind aber gross. Die tiefe Beziehung zur Natur, zu den Tieren und zur Tradition ist spürbar. · Bilder: Ulrich Steiner

18.09.2017
Emmental

Tausend Sömmerungsrinder zügelten ins Tal

Auf den futterwüchsigen Alpweiden der Gemeinde Sumiswald werden jedes Jahr rund eintausend Rinder gesömmert. In der Woche vor dem Bettag kehren sie jeweils schön geschmückt ins Tal zurück. Ein Personen-Unfall ist glimpflich ausgegangen.

Wasen/Sumiswald · Ausgerechnet während eine Kaltfront mit Windböen und Regenschauern über das Land zog, kamen letzten Donnerstag die 190 Sömmerungsrinder der Lüderenalp ins Tal zurück. Gelangten die zwei ersten Hirtschaften noch trocken bis nach Sumiswald, wurden die schön geschmückten Rinder und ihre Begleiter von der Hinteren Lüderenalp pudelnass. Verständlich, dass bei diesen misslichen Be-dingungen nur wenige Leute die Marschroute via Wasen säumten. Für Präsident Hans Rentsch war es, abgesehen von einem zu Tode gestürzten Gusti, ein normaler Alpsommer.
Durch das deutlich bessere Wetter und die Propaganda des örtlichen Verkehrsvereins besuchte am Freitag viel mehr Publikum als sonst den traditionellen Brauchtums-Anlass.
Ebenfalls die 400 Rinder der Hinterarnialp-Gesellschaft wurden von ihren sieben Hirtenfamilien mit viel Aufwand geschmückt und mit Schellen, Glocken und Treicheln ausgestattet. Das Publikum entlang der 15 Kilometer langen Strecke und in den Dörfern Wasen und Sumiswald verdankte das grosse Engagement mit spontanem Szenenapplaus.
Leider ereignete sich um die Mittagszeit auf dem Sumiswalder Dorfplatz ein Unfall. Eine Zuschauerin ist dabei von einem Rind überrannt worden und musste wegen der erlittenen Kopfverletzungen mit dem Rega-Heli hospitalisiert werden. Sie konnte das Spital glücklicherweise gegen Abend wieder verlassen.
Für das leibliche Wohl sorgten auch heuer der Jodlerklub und die Landfrauengruppe Sumiswald.
Ebenfalls die Rinder der kleineren Genossenschaften und von privaten Alpbetrieben sind letzte Woche wohlgenährt wieder in die heimischen Ställe zurückgekehrt. 

Von Ulrich Steiner

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