• Feuerwehrkommandant Hanspeter Ruch erteilt dem Atemschutz Anweisungen. · Bild: Marion Heiniger

05.11.2018
Oberaargau

Trotz tiefem Wasserstand keine Löschprobleme

Für die diesjährige Hauptübung der Feuerwehr Eriswil wurde in einem Bauernhaus ein Holzheizungsbrand simuliert. Die Feuerwehrmänner mussten sich aber auch mit der gegenwärtigen Wasserknappheit der Bäche befassen.

Eriswil · Die trockenen Sommer- und Herbstmonate, welche in diesem Jahr auch das Wasser in den Bächen knapp werden liess, stellen auch für die Feuerwehren ein Problem dar. «In einem Brandfall erhalten wir momentan zu wenig Löschwasser aus den Bächen», so Feuerwehrkommandant Hanspeter Ruch. So war die Wasserknappheit der Bäche auch ein Thema der diesjährigen Hauptübung der Feuerwehr Eriswil. Beim Bauernhaus der Familie Brigitte und Fritz Zehnder im Tanngraben wurde ein Holzheizungsbrand mit Rauchausbreitung in Richtung Scheune simuliert. Bereits vor der Scheune fanden die schnell eintreffenden Feuerwehrmänner zwei Kinder mit Schürfwunden vor. Zur weiteren Abklärung wurden sie den Samaritern übergeben, welche sich bereits in sicherer Entfernung eingerichtet hatten. Unterdessen machte sich der Atemschutz bereit, um im Haus nach weiteren Personen zu suchen und um diese zu evakuieren. Während die zermürbende Zeit des Wartens begann, bis alle Personen aus dem Haus gerettet waren, richteten die restlichen Feuerwehrleute die Schläuche zur Löschung des Brandes ein.
Eine Spezialeinheit «66», welche kurzerhand vor der Hauptübung gebildet wurde, bestand aus denjenigen Feuerwehrmännern, die in diesem Jahr das 52. Lebensjahr erreicht haben und somit an ihrer letzten Hauptübung teilnahmen. Ihre Aufgabe bestand darin, eine Löschwasserleitung bereitzustellen, um im Inneren des Hauses zu löschen, was aber zum Glück, wie sich schlussendlich herausstellte, nicht nötig war.

Zuwenig Wasser im Bach
Mittlerweile hatten die Maschinisten eine Leitung vom nahe gelegenen Bach zum Löschwassersilo gelegt. Trotz der Regenfälle der letzten Tage führte der Bach noch immer nicht genügend Wasser. Um zu verhindern, dass Blätter und Dreck durch die Schläuche gepumpt werden, wurde kurz darauf die Silozuleitung zum Hydranten umgelegt. So war die Wasserversorgung durch das Silo jederzeit gewährleistet. Eine Herausforderung, welche die Maschinisten hervorragend meisterten.
Feuerwehrkommandant Hanspeter Ruch ist zufrieden. «Wir haben Glück, dass in der Nähe ein Hydrant steht», erklärte er. Schwierig würde es, so Ruch, wenn kein Hydrant in der Nähe stände, so wie es bei manchen abgelegenen Häusern in Eriswil der Fall sei. Aber das war an der diesjährigen Feuerwehr-Hauptübung nicht das Thema.

Positives Fazit
Das Resümee der Herbstübung fiel erfreulich aus, wie Vize-Kommandant Stephan Ruch an der anschliessenden Übungsbesprechung verlauten liess. Er war sehr zufrieden mit den Leistungen seiner Männer. Sie seien motiviert und speditiv vorgegangen, so sein positives Fazit. Besonderes Augenmerk wurde während der Übung auf die Sicherheit der Mannschaft und das Schlauchmanagement gelegt sowie das Retten und Bergen von Personen. Weiter erwähnte er die hervorragende Arbeit des Verkehrs und der Samariter. Auch bedankte er sich bei Brigitte und Fritz Zehnder für ihre Gastfreundschaft, welche die Feuerwehrmänner und Besucher nach der Übung noch zu einem kleinen «Zvieri» einluden.

Von Marion Heiniger

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