• Am zweiten Konzertabend eröffnete die Hinterländer Junior-Band unter Luca Frischknecht den Anlass.Bild: Liselotte Jost-Zürcher

03.01.2019
Luzerner Hinterland

Von rassiger Turmmusik bis mitreissender Rhapsody

Unter der Leitung von Emerita Blum-Duss präsentierte sich die Musikgesellschaft Ufhusen mit einem vielseitigen Jahreskonzert. Sie begeisterte die Konzertbesucher mit bewegenden Filmmelodien, wilden Rock-Klängen und Classics. Einmal mehr bewies die Brass Band, dass sie über zahlreiche talentierte Solisten verfügt, unter ihnen auch junge Mitglieder.

Den überzeugten Einstieg ins Jahreskonzert legte die Musikgesellschaft Ufhusen, unter der Leitung von Emerita Blum-Duss, mit der «Tower Music» des französischen Komponisten Jean François Michel hin. Damit baute das Orchester einen stimmigen Konzertrahmen auf, der zum ersten Höhepunkt mit dem Stück «Demelza» von Hugh Nash führte. 

Es-Horn-Solo verlangt Zugabe

Ein Instrument werde nicht selten durch Witze bekannt, die über dasselbe gemacht würden, stellte Moderator Martin Staub fest und konnte es nicht lassen, selbst dazu beizutragen. Etwa: «Man weiss, was man hineinbläst, aber nur Gott weiss, was vorne herauskommt». Besonders viele Witze muss in der Blasmusik das Es-Horn über sich ergehen lassen. Aber gerade dieses Instrument stand in «Demelza» im Vordergrund, solistisch wunderbar und eindrücklich präsentiert von Jo­rina Muff. Liebevoll und sehr talentiert ging die junge Bläserin mit ihrem Instrument um und entlockte ihm weiche und warme Klänge, die vom Orchester begleitet wurden. Die Begeisterung im Publikum erreichte einen ersten Höhepunkt; Jorina und die Band spielten eine Zugabe.

Musikalische Bilder, die den Kampfgeist in verschiedenen Zeitepochen widerspiegelten, schuf das Orchester mit dem Stück «Olympus» vom amerikanischen Komponisten. Europäische Kriegsgeschichte war anschliessend das Thema des aufwühlenden Marsches «Arnhem» von Albert E. Kelly.

Tenüwechsel war für den zweiten Programmteil gefragt, denn das Konzert stand unter dem Motto «MG Ufhusen rockt». Entsprechend «rockig» wirkten die Musikantinnen und Musikanten beim Einmarsch auf die Bühne. Mit viel Fantasie hatte jedes Einzelne seine ganz persönliche Vorstellung von Rock-Kleidung umgesetzt. 

Dass «Rock» nicht einfach laut daherkommt, sondern auch sehr melodiös, bewies das Orchester mit dem ersten Stück aus der Feder von Freddie Mercury, dem Queen-Sänger. Musikalische Blüten prägten das Stück «I want it all» mit poetischen Klängen und Verzierungen durch unterschiedliche solistische Einwürfe und Tempi. Besonders die Posaunen brillierten in diesem Beitrag. 

Stimmiger «Tanz mit den Wölfen»

Filmmusik war die grosse Stärke des Amerikaners John Barry. Zu seinen musikalischen Werken zählt auch die Musik für den Film «Dances with Wolves». Der Film spielt zur Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges und erzählt von einem Offizier, der, auf seinem Posten im Indianergebiet auf Verstärkung wartend, eine Freundschaft mit Sioux-Indianern aufbaut und dabei deren Leben und Kultur kennenlernt und annimmt. Die musikalische Geschichte auf der Ufhuser Konzertbühne war geprägt von eindrücklichen, weichen Soli. 

Rock in «Reinkultur» brachte der überaus virtuose «12th Street Rag« mit den vier Cornet-Solisten Janine Kneubühler, Matthias Kunz, Marcel Schmid und Daniel Stöckli, dazu die mitreis­sende Begleitung durch die Band. 

Ein weiterer Höhepunkt war Freddie Mercurys «Bohemian Rhapsody», und schönste musikalische Bilder hinterliessen die Ufhuser Musikantinnen und Musikanten auch im Schlussstück «Billie Jean» von der Pop-Legende Michael Jackson mit dem überzeugenden Arrangement durch Christopher Wormald. Mit der Zugabe des Radetzky-Marsches und anschliessend mit dem sehr aktuellen Hit «079» unterstrich das Orchester nochmals seine technische und musikalische Qualität mit bestem Unterhaltungswert.

Von Rolf Bleisch