• Sie freuen sich auf die Langenthaler Stadttheater-Saison 2018/2019 (von links): Reto Lang, Yvonne Wüthrich, Thomas Multerer und Helena Morgenthaler. · Bild: Hans Mathys

22.08.2018
Langenthal

Vorfreude auf über 70 Theatervorstellungen

Das Stadttheater Langenthal startet am 20. Oktober 2018 fulminant in die Saison – mit dem Ballett «Das Bildnis des Dorian Gray» von Stéphen Delattre nach dem Roman von Oscar Wilde. Bis am 1. Juni 2019 werden über 70 Theatervorstellungen geboten.

 

Am Presseapéro, der erstmals im Theater 49, dem 111-plätzigen Kleintheater im Untergeschoss des Stadttheaters, stattfand, stellten Theaterleiter Reto Lang und Thomas Multerer, Mitglied der Theaterkommission, das attraktive Programm 2018/19 vor. Ebenfalls vor Ort waren die für Kultur und Sport zuständige Gemeinderätin Helena Morgenthaler (SVP) sowie Yvonne Wüthrich, Leiterin Marketing und Kommunikation Stadttheater Langenthal. Reto Lang hielt einen Rückblick auf die Nutzungsgeschichte des Theaters seit der Einweihung 1916. Er erläuterte die Entwicklungen von 1930 (Auftritte Städtebundtheater Biel-Solothurn), 1960, 2010 sowie 2018. Seit 2018 gibt es neben der Breiten- und der Hochkultur auch eine kommerzielle Nutzung. «Die vergangene Saison 2017/18 war die erfolgreichste überhaupt», schwärmte Lang, sprach von einer «Erfolgsgeschichte» und davon, dass er sich nach dem Umbau nun erstmals richtig wohl fühle. Zudem habe sich bestätigt, dass das für Kleinkunst konzipierte Theater 49 echten Bedürfnissen entspreche.

«Ein Mix für diverse Bedürfnisse»
Für Reto Lang sind die über 70 Vorstellungen der neuen Saison 2018/19 «ein Mix für diverse Bedürfnisse» mit einer bunten Palette in den Genres Musik (Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert), Schauspiel, Unterhaltung, Kleinkunst und Kindertheater. «Es gibt eine wunderbare, wunderschöne Eröffnung», blickte Lang vorwärts auf den Saisonstart (20. Oktober). Ihm ist es gelungen, erneut die hochkarätige Truppe von Stéphen Delattre, die Delattre Dance Company, nach Langenthal zu holen. Diese war schon im März 2018 hier zu Gast und verwöhnte das Publikum mit einer grandiosen Ballett-Aufführung von «Notre- Dame de Paris». Diesmal wird die Truppe mit «Das Bildnis des Dorian Gray» erneut Ballett auf höchstem Niveau bieten. Ein weiteres Ballett werde, so Lang, am 31. März 2019 zu bewundern sein: «Mythos Coco» – ein Ballett über Coco Chanel mit dem Salzburger Landestheater.

«Rigoletto» und «Vogelhändler»
Thomas Multerer präsentierte das musikalische Galaprogramm. Am 8. Februar 2019 tritt die Tschechische Oper Prag mit Giuseppe Verdis Oper «Rigoletto» auf. Am 2. März ist «Der Liebestrank» («L’Elisir d’Amore»), die Opera buffa von Gaetano Donizetti – mit dem Theater Pforzheim – zu ge-
niessen. Diese Oper ist, so Multerer, in Langenthal bereits 2012 aufgeführt worden – als Startproduktion der Gartenoper Langenthal im Rosengarten der Alten Mühle. Sowohl die Verdi- als auch die Donizetti-Oper sind auf der Bühne des Stadttheaters Langenthal in italienischer Originalsprache zu hören. Leichtere Kost bietet am 4. Januar 2019 die Operette «Der Vogelhändler», komponiert von Carl Zeller. Es ist eine Produktion des Thalia Theaters Wien. «Die Drei von der Tankstelle» steht am 10. Mai auf dem Programm – nach dem berühmten Tonfilm-Klassiker von Werner Richard Heymann. Diese lockere deutsche Tonfilmoperette aus dem Jahr 1930 – damals mit Heinz Rühmann und Willy Fritsch in den Hauptrollen – wird beim älteren Publikum Erinnerungen wecken.

«Tod eines Handlungsreisenden»
Für die Vorstellung der diversen für die neue Saison geplanten Schauspiele referierte wieder Reto Lang, der das Drama Arthur Millers «Tod eines Handlungsreisenden» (16. November) herausstrich und Helmut Zierl, der den kleinen Vertreter Willy Loman spielt, als «wunderbaren Schauspieler» bezeichnete. Im Angebot stehen auch der Roman von Hermann Hesse, «Der Steppenwolf» (6. März), die Komödie «Die Streiche des Scapin» von Molière (17. Januar) und die musikalische Version «Doctor Faustus Part II» (15. Februar). Als «leichteres Schauspiel» bezeichnete der Theaterleiter «Wie im Himmel» mit Musik von Kay Pollak (10. Januar), produziert von den Hamburger Kammerspielen. «Die Hamburger sind von der Dramaturgie her Spezialisten», sagte Lang. Einen Leckerbissen kündigte er für den 14. März an: «Jahre später, gleiche Zeit», ein Boulevardstück mit Heiner Lauterbach und Dominique Lorenz in der Regie von Heidelinde Weis. Originelle Pointen biete das Lustspiel «Pension Schöller» mit dem Theater Pforzheim am 22. März. Drunter und drüber gehe es am 26. Oktober mit «The Show Must Go Wrong». Dieser «Krimi zum Totlachen» sei «very british». Lang: «Slapstick pur. Es passiert alles, was nicht passieren darf.»

Theater Überland mit «Alissa»
Das Publikum darf sich erneut auf Auftritte des in Langenthal domizilierten Schweizer Autorentheater Überland freuen. Am 23. November bietet dieses nochmals die Komödie «Cafetería» von Franz Hohler. Am 9. Februar 2018 ging die Uraufführung im Stadttheater Langenthal im Beisein des Autors erfolgreich über die Bühne. Am 26. April 2019 lädt das Theater Überland wiederum zu einer Uraufführung ein: «Alissa», deklariert als «eine altmodische Komödie mit Happy End von Charles Lewinsky». Das Theater Überland wird auch an Silvester 2018 für Stimmung sorgen. Dies mit drei Vorstellungen (18, 20 und 22 Uhr) einer Komödie von Curt Goetz mit Musik von Ralph Benatzky. «Ein amüsanter und ergötzlicher Einakter – gespickt mit musikalischen Surprisen.» Erneut zu Gast in Langenthal ist das Internationale Opernstudio Zürich mit «Junge Stars von heute» (14. Februar) sowie die Kammeroper Köln. Nach der Operette «Der Vetter aus Dingsda» vergangenen Januar bietet sie am 24. November das Musical «Hello Dolly!». Ein weiteres Musical folgt am 12. Januar: «Falco», eine Musik-Biografie mit bekannten Liedern. Freuen darf sich das Publikum, so Lang, auch auf Bänz Friedli (25. Januar), «Barbara Hutzenlaub jubiliert» (7. Februar) sowie auf Kleinkunst-Vorstellungen im Theater 49 wie «Freiheit» mit Lars Reichow (4. April).

Kinder- und Kleinkindertheater
Die fünf Vorstellungen der Sparte Kindertheater für Familien mit Kindern ab 6 Jahren sind «Neues von Michel aus Lönneberga» (28. Oktober), «Der Zauberer von Oz» (2. Dezember), «Die Bremer Stadtmusikanten» (16. März), «Zwerg Nase; (28. April) und «4½ Freunde und die Fahndung» (9. bis 24. Februar). Lang: «Bei diesem Detektivroman machen hiesige Kinder und Jugendliche mit.» Auch Kleinkinder ab drei Jahren kommen auf ihre Kosten: «7 kleine blaue Wunder» (8. Dezember), Lorenz Paulis Erzählung «Bim Fips machts Pieps» (19. Januar) und «Chärigödu und Chifligritte» (4. Mai).

Oberaargauer Abend, FKK und HJK
Reto Lang stellte auch ein «völlig neues Format» vor: «Das Gespräch im Foyer.» Dazu lädt der ehemalige Langenthaler Stadtpräsident und Regierungsrat des Kantons Bern, Hans-Jürg Käser, ein. Er trifft im Foyer spannende Persönlichkeiten zum Gespräch – am 9. Dezember Jürg Noth (Chef Grenzwachtkorps) und am 13. Januar Annette Keller (Direktorin der Justizvollzugsanstalt Hindelbank). Am 1. Januar sorgt das Stadtorchester Langenthal mit dem Neujahrskonzert für einen beschwingten Start ins Jahr 2019. Auch FKK (Fasnachts-Kleinkunst) steht auf dem Programm – erneut moderiert von Strohmann & Kauz (9. März). Das Jugendblasorchester der Kadettenmusik Langenthal konzertiert am 5. April. Der Oberaargauer Abend bietet am 18. Mai Musik, Gesang, Tanz und Darbietungen des kulturellen Vereinsschaffens. Anschliessend gibt’s zum Saisonausklang eine «Afterparty», obwohl noch nicht ganz Schluss ist. Die Theatergruppe Shnawaria, ein Langenthaler Verein, unterhält das Publikum nämlich am 24., 25. und 31. Mai sowie am 1. Juni mit witzigem und spannendem Theater.
Am Ende des Presseapéros stellte sich die 37-jährige Yvonne Wüthrich selber und ihren Job als Kommunikationsverantwortliche vor. Bezüglich eines Gastropartners im Foyer sei man in Verhandlung. Man werde bald kommunizieren können.
Gemeinderätin Helena Morgenthaler lobte das «tolle Haus mit vielen neuen Möglichkeiten» und ganz speziell noch die gute Zusammenarbeit mit Theaterleiter Reto Lang. Sie bewundere dessen grosses Engagement und dessen viele Beziehungen, von denen das Stadttheater Langenthal profitiere.

Infos
www.stadttheater-langenthal.ch

Von Hans Mathys

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