• Dieter Grenacher in seinem Büro in Langenthal. Seit 2016 ist er Gesamtschulleiter der Heilpädagogischen Schule Oberaargau (hps). Bild: Marcel Bieri

13.04.2018
Langenthal

«Zick-Zack-Weg» an die Spitze der HPS

Seit 2016 ist Dieter Grenacher aus Eriswil Gesamtschulleiter der Heilpädagogischen Schule (hps) Oberaargau. Über 20 Jahre lang unterrichtete er zuvor in der hps am Standort Huttwil. Verschiedene angestrebte berufliche Veränderungen führten ihn nicht weg, sondern an die Spitze der Schule, die ihm stark ans Herz gewachsen ist.

Das Gespräch findet am hps-Standort in Langenthal statt; ein moderner, grosszügiger und liebevoll eingerichteter Neubau und ideal, unmittelbar neben dem Kreuzfeld-Schulhaus gelegen. Dieter Grenacher fühlt sich hier sehr wohl. Dennoch engagiert er sich nach wie vor dafür, dass der hps-Standort in Huttwil erhalten werden kann. «Noch besteht Hoffnung, dass wir mit der Gemeinde eine Lösung finden.» Er nennt einen Vergleich mit dem «Unter-Emmentaler»: «So wie der ‹UE› für die Region einsteht, so stehen wir als Schule ebenfalls für die Region ein», sagt er. Dabei stellt Dieter Grenacher auch fest, dass «der ‹Unter-Emmentaler› für uns wichtig ist.» Die Zeitung biete in der vielfältigen Medienlandschaft eine einzigartige Plattform, um zwischen der hps und der Bevölkerung Brücken zu bauen.

Kampf um Standort Huttwil

Aber zurück zur hps. Seit Jahren kämpft die Heilpädagogische Schule in Huttwil mit Raumproblemen. Unterrichtet wird in zwei Schulhäusern, was viele Umstände, grossen Zeitverlust und für die Kinder auch gewisse Gefahren mit sich bringt (der «Unter-Emmentaler» berichtete).

Dieter Grenacher hat es über 20 Jahre lang hautnah erlebt. Der gelernte Feinmechaniker suchte nach der Lehre und RS nach einem neuen beruflichen Weg, nachdem das Technikum «nicht seine Welt» war. Unvermittelt stiess er auf einen Prospekt der BFF in Bern, wo damals die vierjährige Ausbildung als «Lehrkraft für Praktisch Bildungsfähige» abgeschlossen werden konnte. Das war es … Er bestand die Aufnahmeprüfung, startete nach einem Jahr Praktikum an der hps Langenthal die Ausbildung in Bern und nahm mit dem Diplom in der Tasche 1989 die Tätigkeit in der hps Huttwil auf. Zuerst im Kindergarten in der Unterstufe, anschliessend in der Mittelstufe. Als 2001 die Werkklasse eröffnet wurde, übernahm Dieter Grenacher diese. Später wurde er Mitglied der Schulleitung und stellvertretender Schulleiter der damaligen hps Huttwil.

2010 stand er an einem Scheideweg. Wollte er bleiben oder sich einer andern beruflichen Herausforderung stellen? Zwei Jahre lang zweifelte, suchte er. Dann startete er parallel 

zu der Tätigkeit an der hps an der Fachhochschule Nordwestschweiz Olten (FHNW) die anspruchsvolle Weiterbildung «MAS Nonprofit und Public Management». 

Während der Fusionszeit der hps Huttwil und hps Langenthal zur hps Oberaargau zeichnete sich 2013 eine Veränderung in der Schulleitung ab. Dieter Grenachers Interesse hielt sich vorerst in Grenzen. Aber im Zusammenhang mit der Weiterbildung änderte er die Meinung, bewarb sich und erhielt die Teilzeitstelle in der Schulleitung. «Doch dies und die Arbeit in der Werkklasse zerrissen mich zusehends, denn beides brauchte viel Energie.» 2015 schloss er die Weiterbildung ab – und stand wieder vor der Entscheidung. 

Wie das Diplom nun sinnvoll nützen? «Ich schaute, welche leitenden Stellen offen waren.» Aber dann kündigte die damalige hps-Gesamtschulleiterin Christine Blum ihre neue berufliche Herausforderung an. Der hps-Stiftungsrat fragte Dieter Grenacher an, ob er die Gesamtschulleitung übernehmen wolle. «Eigentlich nicht», war die erste Reaktion. «Eigentlich doch» die zweite, «denn meine Arbeit in der Schulleitung war hochspannend, sie gefiel mir sehr.» Er machte dem Stiftungsrat den Vorschlag, die Schulleitungsaufgaben etwas anders aufzuteilen. Dieser sah vor, die Gesamtleitung zu den bereits bestehenden Aufgabengebieten von Dieter Grenacher dazuzunehmen. Dem wurde entsprochen. «Bis heute habe ich das Gefühl, dass dies eine gute Aufteilung ist», sagt er gegenüber dem «UE». «Die Ressourcen können so nun optimal genutzt werden.» Dieter Grenacher hat den Entscheid nie bereut. In seinem Schul-Alltag hat er den befriedigenden Ausgleich zwischen Herausforderung, Spannung, vielen Kontakten und konzentriertem Arbeiten gefunden. 

Seinem Hobby, dem Badminton-Spielen im Badminton Club Köniz, ist er seit vielen Jahren treu geblieben. Nach wie vor fährt er jeden Montagabend nach Köniz, kann richtig «abschalten» und das Spielen und die Geselligkeit nun so richtig geniessen. 

Von Liselotte Jost-Zürcher

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